Gewinne der Wohnungsunternehmen werden verdoppelt

Die Rentabilität der großen Wohnungsunternehmen explodiert. So wurden bei einem sehr großen Unternehmen aus Bochum die Mieteinnahmen 2017 – nach eigenen Angaben – um 4,2 % nach oben geschleudert!

 

Dennoch haben die Großvermieter ein (Luxus-) Problem! Wohin mit dem vielen Geld?

 

Die zu erwirtschaftenden Zinsen bei Kreditinstituten sind derart minimalisiert, dass die „hohen Herren“ in der Chefetage der Wohnungsunternehmen allenfalls sehr verhalten und müde lächeln können!

 

Da erblicken sie eine Lösung zur sprunghaften Vermögensmehrung, die sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch ihre Grundlage hat:

 

§ 559 BGB!

 

Hiernach dürfen die Kosten von solchen Arbeiten am und im Haus, die der Vermieter als Modernisierung bezeichnet, mit 11 % pro Jahr dem Mieter in Rechnung gestellt werden. Dies geschieht durch zusätzliche Umlage auf die bestehende Miete. Und dies ohne zeitliche Begrenzung!

 

Beispiel:

Kosten der Umbauarbeiten (lt. Vermieter: Modernisierung) für die Wohnung des Mieters: 23.000,00 €.

 

Hier rechnet der Vermieter wie folgt:

23.000,00 € x 11 % : 12 = 210,83 €.

 

Das heißt, der Mieter muss nach diesem Beispiel zusätzlich zu seiner bisherigen Miete noch 210,83 € mehr bezahlen! Bei einer Wohndauer von beispielhaft 20 Jahren nimmt der Vermieter somit 50.600,00 € ein - ohne die Verzinsung zu berechnen -.

 

Verbaut hat er lediglich 23.000,00 €!!!!

 

Da reiben sich die Vorstände der Wohnungsunternehmen doch wohl die Hände! Der Mieter zahlt die Wertsteigerung des Hauses!

 

Bei einem solchen – noch legalisierten – Geldrausch sollten die betroffenen Mieter schon sehr sorgfältig prüfen, ob die Mieterhöhung auch juristisch überhaupt in Ordnung ist. Die Mietervereine sind hierauf spezialisiert.

 

Denn: Nicht alles, was der Vermieter als Modernisierung bezeichnet, ist auch bei juristischer Betrachtung eine solche. Der bloße Austausch einer alten Badewanne gegen eine neue ist eben gerade keine Modernisierung. Sie erfüllt lediglich die gesetzliche Verpflichtung des Vermieters, die Mietsache in einem tauglichen, durchschnittlich guten Zustand zu erhalten. In einem solchen Falle kommt eine Mieterhöhung überhaupt nicht in Betracht!

 

Großen Reibach wollen die Großvermieter auch mit sogenannten energetischen Modernisierungen machen. Das heißt, sie tauschen Heizkessel aus, tragen eine Wärmedämmung auf, bauen neue Fenster ein…….

 

Hier sollte der Mieter extrem wachsam sein. Vor der Zahlung des meist hohen, bis zu 140,00 €/monatlich reichenden Modernisierungszuschlages ist größte Vorsicht geboten. Nachdem ein Großvermieter kürzlich im 4-Familienhaus einen Heizkessel ausgetauscht hat – Mieterhöhungswunsch ca. 80,00 €/monatlich – teilte – hinter vorgehaltener Hand – der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister einem Mieter mit, der Austausch des Kessels sei überflüssig gewesen. Der alte Heizkessel sei technisch und wirtschaftlich optimal gewesen, er habe ordentlich geheizt und sei in einem sehr guten Erhaltungszustand gewesen!

 

Der Mieterschützer nennt so etwas „L u x u s m o d e r n i s i e r u n g“.

 

Nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit, der im BGB immerhin dreimal ausdrücklich erwähnt ist und vom Vermieter beachtet werden muss, hat der Mieter in diesem Fall gute Chancen, die Mieterhöhung abzuwehren.

 

Gleiches gilt, wenn der Vermieter bei der schriftlichen Mieterhöhung nach den Umbauarbeiten wichtige Förmlichkeiten nicht beachtet. So müssen die Gewerke einzeln angegeben und berechnet und erläutert werden. Auch muss konkret angegeben sein, welchen Umfang normale Reparaturarbeiten haben. Die hier entstehenden - ggf. fiktiven -Kosten darf der Vermieter nicht auf den Mieter umlegen. Diese Kosten wären nämlich sowieso entstanden, um die fälligen Reparaturen durchzuführen und die Mietsache in einem durchschnittlich guten Zustand zu versetzen. So ist z.B. bei einer Dämmung der Hausfassade ein deutlicher Abzug vorzunehmen für die Kosten der Beseitigung von Rissen und Schäden im Putz einschl. der Malerarbeiten und der Gerüsterstellung!

 

Die Mieter sollten den Mut besitzen, den Forderungen der „Großen“ entgegen zu treten. Nahezu 10 aktuelle Gerichtsurteile aus der gesamten Republik liegen vor, die dem Mieter Recht geben!

 

FAZIT:

Die Großvermieter wollen abkassieren!

 

Der wachsame Mieter kann das verhindern!

 

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